Kunst für alle: Graffiti-Aktion für Jugendliche im Hasenbergl

Kunst für alle: Graffiti-Aktion für Jugendliche im Hasenbergl

Gemeinsam mit den bekannten Münchner Graffiti-Künstlern Beastiestylez, Reyn, Fader und Kürls besprühten Jugendliche bei einem Kunstprojekt freie Flächen in der GWG-Wohnanlage in der Wintersteinstraße im Hasenbergl. Herausgekommen sind echte Kunstwerke, die allesamt die unverkennbare Handschrift der Schaffenden zeigen.

Von der Theorie bis zum fertigen Kunstwerk
Bevor es an die Arbeit ging, erklärten die Graffiti-Künstler den teilnehmenden Jugendlichen die theoretischen Grundlagen des „Sprayens“ und zeichneten grobe Skizzen an die Wände. Eingeteilt in vier Gruppen, jeweils unter der Leitung eines Grafitti-Künstlers zusammen mit einem Sozialpädagogen, konnten die Jugendlichen die Flächen dann gestalten. Die Aktion blieb nicht unbemerkt und zog neugierige Zuschauer aller Altersklassen an. Die Künstler waren ganz begeistert von der Leidenschaft ihrer Mithelfer und dem neuen Selbstbewusstsein, welches die Kinder und Jugendlichen durch die durchweg positive Resonanz der Anwohner gewannen. Zurecht, denn auf das Ergebnis können alle stolz sein: Die großflächigen Kunstwerke bereichern das Hasenbergl nicht nur optisch sondern zeigen auch, dass man gemeinsam etwas erreichen kann.

 

Soziale Kooperationspartner als wichtige Stütze für die Jugendlichen
Ein so großer Graffiti-Workshop wäre ohne die Beteiligung von dem Der Club – Jugendzentrum des Kreisjugendrings, der Drom Sinti Roma Beratungsstelle (Diakonie Hasenbergl), dem Lichtblick Hasenbergl sowie der Abteilung „Streetwork“ vom Stadtjugendamt nicht möglich gewesen. Die Einrichtungen engagieren sich für die Kinder und Jugendlichen im Hasenbergl und haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer motiviert, an dem Graffiti-Projekt mitzuwirken.

 
GruppenfotoDas Projekt wurde von unserer Sozialpädagogin, Frau Stein, von der Hausverwaltung Hasenbergl ins Leben gerufen. Mit dieser Aktion möchten wir Jugendlichen im Viertel die Möglichkeit geben, ihre Umgebung aktiv mitzugestalten. Das Viertel erhält durch die Aktion eine Freiluftgalerie, die Kunst für alle offen zugänglich macht. Im Gespräch erklärt Frau Stein, wie sie auf die Idee gekommen ist:

 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen und welche Einrichtungen haben mitgemacht?
Frau Stein: „Wir haben in der Siedlung rund um die Wintersteinstraße ganz viele Kinder und Jugendliche. Da ist immer was los. Zudem befinden sich in dem Viertel diverse Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und deren Familien. Die sozialen Einrichtungen sind wichtige Partner für uns und leisten gute Arbeit für die Menschen in unseren Wohnanlagen. Die Idee war gemeinsam etwas in der Siedlung zu tun. Angesprochen werden sollten vorranging die Jugendlichen. Durch die Kunstaktion mit den Künstlern Beastiestylez, Kurls, Fader und Reyn sollen die Jugendlichen etwas Produktives und Nachhaltiges für ihre Siedlung schaffen.
 
Bei der Aktion waren der Lichtblick Hasenbergl, Streetwork vom Stadtjugendamt München, das Jugendzentrum Der Club vom KJR München und die Drom Sinti Roma Beratungsstelle von der Diakonie Hasenbergl mit ihren fleißigen Jugendlichen beteiligt.“

Was möchten Sie mit der Kunstaktion erreichen?
Frau Stein: „Graffiti ist salonfähig geworden und gehört mittlerweile zum Stadtbild dazu. Warum sollte man also nicht in einer GWG-Wohnanlage eine Freiluftgallerie schaffen und dadurch Kunst für jedermann zugänglich machen? Der Respekt und die Identifikation mit dem selbstgeschaffenen Kunstwerk sind sehr hoch. Die Erfahrung zeigt, dass Vandalismus auf Grund solcher Aktionen im öffentlichen Raum zurückgeht.“