Recht: Wildtiere im Winter füttern

Recht: Wildtiere im Winter füttern

Während der Kuckuck aus Furcht vor dem kalten Winter nach Afrika zieht, harren andere Wildtiere und Vogelarten, wie die Amsel, der Buchfink, die Blaumeise oder die Kohlmeise, die kalten Temperaturen und das karge Nahrungsangebot hier aus. Wie sieht es rechtlich aus? Dürfen wir Wildtiere im Winter bei der Nahrungssuche helfen?

Vogelfüttern in den GWG-Wohnanlagen
In den kalten Wintermonaten von November bis Februar dürfen Sie ein Vogelhäuschen für Singvögel aufstellen. Achten Sie darauf, dass die Öffnung so klein ist, dass nur Singvögel hindurchpassen.

Foto: Kurt Klement, Pixelio

Foto: Kurt Klement, Pixelio

Auch müssen Sie das Häuschen täglich reinigen, um eine Erkrankung der Tiere zu vermeiden. Beim Futter sollten Sie artgerechtes Vogelfutter verwenden, da den Tieren Essensreste oder Brot nicht gut bekommen. Im schlimmsten Fall sterben sie daran.
Nicht erlaubt ist die Fütterung von Tauben und Raben. Sie können Krankheiten und Parasiten auf Menschen übertragen und mit ihren scharfen Krallen verletzen. Außerdem verunreinigen sie die Fassaden und Dachrinnen.

Wasservögel in Parks und Seen
In vielen Seen und Parks ist das Füttern von Enten, Schwänen, Gänsen und Co. verboten. Aus guten Gründen: Die Tiere finden in ihrer Umgebung genügend Futter, durch das Anfüttern verlernen sie, selbst auf Nahrungssuche zu gehen. Auch schaden Brotreste und andere Lebensmittelabfälle den Tieren, da ihre Mägen nicht dafür ausgerichtet sind. Zudem wird das Gewässer durch das Futter unnötig verschmutzt – das ist nicht schön, wenn man im Sommer baden möchte. Nicht zu letzt zieht eine Fütterung immer mehr Wasservögel an, was Park und Seen noch mehr verschmutzt. Also, lieber ruhig an den See setzen und die Tiere bei ihrem natürlichen Verhalten beobachten.

Tauben füttern
In München ist das Füttern von Tauben wegen der Hygiene und des Tierschutzes verboten. Zum einen enthält der Kot der Tiere Krankheitserreger und sie sind oftmals mit Parasiten befallen. Auch verdrecken die Tiere mit ihren Hinterlassenschaften Gebäude, Balkone und Fußgängerzonen. Zum anderen vermehren sich Tauben durch das Überangebot an Nahrung sehr stark. Bei wiederholtem Füttern droht eine Strafe von bis zu 1000 Euro. Verstöße gegen das Gesetz können beim Kommunalreferat gemeldet werden.

Foto: Sybille Daden, Pixelio

Foto: Sybille Daden, Pixelio

Rehe, Wildschweine und Hirsche
Grundsätzlich ist das Füttern von Rehen und Schwarzwild, wie Wildschweine, nicht erlaubt. In Bayern kostet ein Verstoß bis zu 5000 Euro. Mit diesem Verbot sollen die Tiere vor nicht artgerechter Nahrung geschützt werden. Zudem schützt das Gesetz auch uns. Denn durch das regelmäßige Füttern verlieren Wildtiere ihre Scheu vor Menschen und kommen somit näher an Dörfer und Städte heran. Sie können Menschen gefährlich verletzen, Krankheiten übertragen und große Schäden an Grünflächen anrichten. Nur Jägern ist in Notsituationen, etwa bei einer hohen Schneedecke, die Pflanzen und Samen verdeckt, das Füttern der Tiere erlaubt.