Was ist ein Architektenwettbewerb?

Was ist ein Architektenwettbewerb?

Ein Architektenwettbewerb ist ein klar strukturiertes, transparentes Verfahren, durch das ein geeigneter Auftragnehmer für eine bestimmte Aufgabe gefunden werden soll. Welche Verfahren und Wettbewerbsarten es gibt, möchten wir Ihnen hier gerne kurz vorstellen.

architekten gespraechZuerst entwickeln verschiedene Planer für eine klar umrissene Aufgabe Lösungsansätze, die dann von einem Preisgericht beurteilt werden, um den geeignetsten Planer zu finden. Mitglieder des Preisgerichts dürfen natürlich selbst keine Vorschläge einreichen. Wie ein Architektenwettbewerb ablaufen soll, ist auch in den Richtlinien für Planungswettbewerbe 2008 (RPW 2008) festgelegt.

Grundsätze eines Wettbewerbs
Der Wettbewerb richtet sich nach verschiedenen Grundsätzen, um ein transparentes und strukturiertes verfahren zu ermöglichen:

  • – Gleichbehandlung
  • – klare, eindeutige Aufgabenstellung
  • – angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • – kompetentes Preisgericht
  • – Anonymität der Wettbewerbsbeiträge
  • – Auftragsversprechen (einer der Preisträger wird mit der Projektplanung beauftragt)

Welche Wettbewerbsarten gibt es?
Ein Realisierungswettbewerb wird zur Findung verschiedener Entwurfsideen und Konzepte zur Lösung von Planungsaufgaben durchgeführt. Der Wettbewerb ist mit einem konkreten Auftragsversprechen verbunden, was bedeutet, dass einer der Preisträger auch tatsächlich mit der Planung beauftragt wird.

Bei einem Ideenwettbewerb dagegen, steht die Lösung konzeptioneller Aufgaben im Vordergrund, d.h., man versucht erst einmal eine Lösung zu finden, die nicht 1:1 umgesetzt wird. Dadurch können unterschiedliche Konzepte auch unter städtebaulichen Aspekten entwickelt werden. Das Ergebnis wird durch ein nachgeschaltetes Bebauungsplanverfahren in Baurecht umgesetzt. D.h., die Ideen werden dann noch einmal angepasst, um tatsächlich umgesetzt werden zu können. Diese Wettbewerbsart wird zum Beispiel bei der Baurechtsentwicklung der Siedlung rund um die Haldenseestraße angewendet.

Welche Verfahrensarten gibt es?
Es gibt zwei Verfahrensarten, wie die oben genannten Wettbewerbe durchgeführt werden können: den offenen Wettbewerb und den nichtoffenen Wettbewerb.

Der offene Wettbewerb ist eine öffentliche Ausschreibung, bei der es keine Beschränkung des Teilnehmerkreises gibt. Es kann sich also jeder Planer/Architekt mit einer Idee bewerben.

Der nichtoffene Wettbewerb richtet sich dagegen an interessierte Fachleute. Anhand vorzulegender Nachweise, die die Eignung der Teilnehmer für das Projekt belegen, werden die Teilnehmer im Vorfeld ausgewählt. Die Teilnehmerzahl sollte der Aufgabenstellung angemessen sein. Ist ein Projekt sehr groß, werden also sehr viele Wohnungen und Garagen gebaut, fällt die Teilnehmerzahl höher aus. Umgekehrt reicht für ein kleineres Projekt auch eine kleinere Anzahl an Wettbewerbsteilnehmern.